Nierentransplantation
2007 in Berlin

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Nierentransplantation (Crossover) Über Keuz

Berlin, Campus Charite-Mitte am 17.1.2007

Großoperation in der Charité: Ehepaare tauschen ihre Nieren

Vier Operationssäle waren noetig und ein Team von zwoelf Universitätsärzten und zwölf OP-Krankenschwestern, um diese sensationelle Operation zu vollbringen. Von morgens, 8.30 Uhr, bis nachmittags, 17 Uhr, hat der Eingriff an der Charité in Mitte gedauert. Bei der Berliner Medizin-Premiere handelt sich um eine sogenannte Crossover-Transplantation (über Kreuz). Beteiligt an der geglueckten Lebendspende von zwei Nieren waren vier Personen: das Brandenburger Ehepaar Brigitte (55) und Horst (58) B. und das Reinickendorfer Ehepaar Andreas (50) und Barbara (55) Hasucha. Die Mammut-OP ist geglueckt. Alle sind wohlauf.  Die Ehemänner, die sich zuvor gar nicht kannten, mussten lange wegen chronischer Nierenerkrankungen zur Blutwäsche (Dialyse). Beide, Andreas Hasucha und Horst B., waren so krank, dass ihnen nur noch eine Spenderniere helfen konnte. Die Ehefrauen wollten ihren Männern helfen, doch ihre Organe passten nicht. Da hatte der Charité-Nierenspezialist und Oberarzt Lutz Liefeldt die zündende Idee: Eine Crossover-Transplantation. 

Die beiden Ehefrauen spenden jeweils eine Niere für den Ehemann der anderen. Doch bis zum rettenden Eingriff mussten noch viele Untersuchungen vorgenommen werden. Die beiden Ehefrauen wurden "auf Herz und Nieren" von den Aerzten gecheckt. Beide mussten absolut gesund und ihre Organe für den Empfaenger geeignet sein.


Doch die groeßte Huerde mussten die vier bei der Berliner Aerztekammer nehmen. Die dort ansaessige Lebendspendekommission wollte mit Einzelinterviews herausfinden, ob alle Beteiligten lautere Motive bei ihrem Vorhaben haben. Erst nach diesem Okay der Ethik-Kommission konnten die Charité-Mediziner die seltene Operation durchfuehren. Liefeldt sagt, diese Crossover-Transplantation habe erstmals in Berlin und erst viermal in Deutschland stattgefunden. Auch für den Mediziner ist der OP-Tag, der 17. Januar 2007, ein besonderes Datum. Waere eine der vier Operationen missglueckt, waere das Vorhaben gescheitert. Zuerst wurden die Frauen in zwei Operationssäle gerollt. Bei Vollnarkose wurde ihnen jeweils eine Niere entnommen. Dann wurden die beiden Nieren den Maennern, die in zwei anderen Operationssälen lagen, eingepflanzt. Die Frauen konnten nach wenigen Tagen die Charité verlassen, die transplantierten Maenner mussten noch 14 Tage in aerztlicher Obhut bleiben. Inzwischen leben alle wieder zu Hause, die Hasuchas in Reinickendorf, die Bs. in Brandenburg. Aus einer Schicksalsgemeinschaft ist Freundschaft geworden. Die Ehepaare treffen sich zum Kaffee und beim woechentlichen "Nieren-Check" in der Charité. 
 

Weitere Webseiten:

andreas-hasucha-archiv.de.tl
sommerstrasse.de.tl

 

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